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Rückblick

Was ist Laubenpieper?

Ball der Gartenfreunde mit Boney M wieder eine runde Sache

Der Ball ist rund, lautet eine bekannte Fußballer-Weisheit. Dem können die Berliner Laubenpieper nur zustimmen, wenn auch aus anderer Sicht. Einmal im Jahr, immer zum Auftakt der Grünen Woche, kommt im Palais am Funkturm eine illustre Fan-Gemeinde zusammen und zelebriert eine runde Sache: den Ball der Gartenfreunde. Ganz Ungeduldige stürmen im Winter-Schluss-Verkaufs-Schritt ihren Plätzen zu. Andere finden Zeit, sich gegen den ersten Hunger mit einer Brezel im XXXL-Format zu wappnen. Auf dem Weg in den Saal posieren manche gern beim Fotografen in der Kulisse für ein Starfoto mit Galagarderobe.


Haste mal ‘nen Euro? Amtstypische Handbewegung der Schatzmeister Wodrich und Scheinpflug.
Zum 48. Mal fand das festlich beschwingte Ereignis statt, und zwar seit vielen Jahren unter dem Zepter von Zeremonienmeister Günter Wodrich. Obwohl Schatzmeister des Landesverbandes, hatte er dennoch keine Kosten und Mühen gescheut, wieder ein hochkarätiges Programm auf die Beine zu stellen. Selbige mussten die erwartungsfrohen und tanzfreudigen Ballgäste nicht lange still halten. Nach der schwungvollen Ouvertüre durch 5- bis 16-jährige Ballettratten des Studios Bärbel Unterwalder zog das Orchester Dirk Jecht erstmals die Gartenfreunde auf die Fläche und wechselte sich bis zum frühen Morgen mit dem Alan Best Orchestra ab. Das fast nimmermüde Tanzvolk zeigte eindrucksvoll, dass es neben dem Hacken-Schwung auf dem Gemüsebeet auch den Hüft- und Bein-Schwung auf glatten Parkett beherrscht. Nicht zu vergessen den Einkehr-Schwung angesichts mehrer verlockender gastronomischer Offerten, die sich durch entsprechende geistige Getränke ergänzen ließen.


 
Lady in red auf dem Parkett

Mit einer Überraschung wartete der Präsident des Landesverbandes Jürgen Hurt auf. Er hielt eine für seine Verhältnisse rekordverdächtig kurze Begrüßungsrede und gestand dabei, dass ihm noch die Worte von Cheforganisator Günter Wodrich im Ohr klingen: „Du kannst sagen, was Du willst, aber nicht länger als fünf Minuten!“ Mit dreieinhalb unterschritt er das Limit erheblich. Für die gesprochenen, und zwar verbindenden Worte des Abends waren als Conferenciers die Radio-Eins-Moderatoren Christoph Azone und Stefan Rupp zuständig. Neben zahlreichen Ehrengästen aus Kommunalpolitik, Verwaltung, befreundeten Verbänden und Organisationen wollten sie locker-flockig auch Michael Schumacher und den Papst gesehen haben. Doch das Ferrari-Rot war wohl ebenso einer Abendgarderobe wie das Weiß einem Dinner-Jacket zuzuordnen.


Führten launig durchs Programm, die Moderatoren-Zwillinge Stefan Rupp und Christof Azone (v.l.).




Im schillernden Anthrazit der eine, im Vielstreifen-Look der andere, präsentierten Rupp und Azone den Rock’n Roll Club Cadillac, der eine begeisternde, akrobatische Show hinlegte, kündigten die Tango-Truppe Stravaganza an, deren argentinisch-geschmeidig-erotische Paare die Blicke auf sich zogen. Nicht zu vergessen die Hinweise auf die Ehrenhalle, wo ebenfalls das Ball-Leben tobte, kräftig angeheizt durch Markus Nowak am granatroten Turbo-Flügel sowie der Show- und Dance-Band The Voices.


 
Boney M. Frontfrau Liz Mitchell
Doch der Live-Act des Abends, auf den rechtzeitig vor Mitternacht alles zusteuerte, war zweifellos Boney M. Frontfrau Liz Mitchell, noch von der Ursprungs-Formation der 70er Jahre, und ihre beiden Co-Vokalistinnen schraubten das Stimmungsbarometer mit altbekannten Hits wie Daddy Cool, Brown Girl in the Ring oder Rivers of Babylon in die Höhe. Aus der begeisterten Menge vor der Bühne holte sich Liz einen Mitstreiter nach oben.


Horst ist Laubenpieper und neuer Tanz-Star bei Boney M.
Horst hieß der Mutige und zeigte mit seinen 70 Jahren, dass er gewiss auch der Rüstige war: Zusammen mit den drei Boneys schwang er Beine und Hüften, als ob er sonst nichts anderes machen würde. Auf die Frage von Liz nach seiner guten Form kam prompt die Antwort: „Ich bin Laubenpieper!“ „Was ist Laubenpieper? Ich kenne nicht Laubenpieper, was ist das?“, fragte Liz ins Publikum. Das gab zwei Antworten: Etwas von Kleingarten kam rüber und anschließend die bedingungslose Forderung: Go on. Boney M ließ die Hit-Maschine weiter laufen und die Laubenpieper, sonst eher erdverbunden, hoben ab. Ob das vereinzelte Paar schwarzer Damenpumps vor der Bühne je seine Besitzerin wiedergefunden hat, ließ sich nicht mehr ausmachen.

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Berlin summt

Berlin ist die artenreichste europäische Hauptstadt und Kleingartenanlagen haben einen großen Anteil am Erhalt der biologischen Vielfalt. Der Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. unterstützt die Initiative der Stiftung Mensch und Umwelt „Berlin summt“.

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