Tipps für den Garten
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Verfasst am 04.05.2015 um 18:00 Uhr

Der Gartenteich - ökologische Vielfalt im Kleingarten


Foto: Sven Wachtmann


Wasser im Kleingarten bringt ein Stück Leben und eine ökologische Quelle in Ihren Garten. Ein Teich bietet Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Die Lage eines Gartenteiches ist die entscheidende Frage bei der Planungsphase. Keineswegs darf sie ausschließlich nur nach optischen Gesichtspunkten festgelegt werden, denn von größerer Bedeutung sind ganz andere Kriterien.


Bei der Planung ist zu beachten, dass der Teich gut einsehbar ist, damit er mit den Pflanzen gut zur Wirkung kommen kann. Die Lage unter Bäumen führt auf lange Sicht zu Problemen, da im Herbst große Mengen an Laub oder Nadeln in den Teich gelangen und so zur unerwünschten Nährstoffanreicherung des Wassers beitragen. Bei größeren Bäumen sollte man auch den starken Wur zeldruck beachten, der zu einer Schädigung

des Teiches führen kann. Extrem stark wurzelnde Pflanzen sind alle Weiden- und verschiedene Gartenbambusarten. Hier wäre es hilfreich, einen entsprechenden Wurzelschutz zu verwenden. Von einem großen Baum geht unter Umständen noch ein weiterer Nachteil aus, dass er zu viel

Schatten wirft. Die idealen Lichtverhältnisse für einen Teich zu finden, ist nicht einfach, denn ständiger Schatten wirkt sich ebenso negativ aus wie ständige Sonnenbestrahlung. Teiche, die der ständigen Sonnenstrahlung ausgesetzt sind, erwärmen sich stark, was ein Problem beim biologischen Gleichgewicht des Gewässers darstellt. Anderseits gibt es aber auch Wasserpflanzen wie die Seerose, die bei unzureichenden Lichtverhältnissen nicht blüht. Man sollte sich bemühen, einen entsprechenden Zwischenweg zu finden. Pflanzzonen schaffen.


Nicht nur die Pflanzen am und im Teich sollten zueinander passen,

auch der Randbereich beeinflusst das Gesamtbild. Als Abschluss zur

Wasserfläche bieten sich Kies, Schotter oder Natursteine an.

Fotos (2): BdS

Pflanzzonen schaffen

Beim Teichbau sollten Sie beachten, tiefe und auch flache Zonen einzurichten. In jeder Zone gedeihen die dafür typischen Pflanzen. In den sehr flachen Zonen (0,5 bis 10 Zentimeter Tiefe) sind vorwiegend Sumpfpflanzen, wie Sumpfschwertlilie, Sumpfdotterblume, Rosenprimel zu Hause. In der 

Flachwasserzone (10 bis 40 Zentimeter Tiefe) gedeihen besonders gut Kalmus, Froschlöffel und Pfeilkraut, bei einer Wassertiefe von 40 bis 80 Zentimeter Unterwasserpflanzen/Schwimmblattpflanzen wie Hornkraut, Wasserpest,
Laichkraut und einige Seerosenarten. Für den Bau eines Gartenteiches
stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung. Als einfache Variante gibt es im Handel Fertigbecken aus zwei verschiedenen Materialien, Polyethylen und glasfiberverstärkte Polyesterbecken. Zur individuellen Gestaltung eignen sich hervorragend Teichfolien mit unterschiedlichen Materialien  (PVC), Farben (grün oder schwarz)  und Materialstärken (optimal ein Millimeter). Nach dem Erdaushub muss die Grube mit Teichvlies ausgelegt werden. Dies verhindert, dass spitze Gegenstände Steine und Wurzeln die Teichfolie von
außen beschädigen. Als Alternative zu einem Teich kann auch ein dekorativer Bachlauf im Garten für eine besinnliche Atmosphäre sorgen. 



Sven Wachtmann

Landesgartenfachberater, Berliner Gartenfreund 5-2012


Die Seerose gilt als die Königin der Wasserpflanzen. In Weiß verleiht sie

dem Gartenteich ein besonders edles Erscheinungsbild. Foto: Archiv 

Das Plätschern, Gluckern und Blubbern von Wasserläufen, Quellsteinen

oder Brunnen trägt zu einer lebendigen Atmosphäre im Garten bei.

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