Tipps für den Garten
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Verfasst am 03.04.2017 um 12:04 Uhr

Garten: Welches Gemüse eignet sich zum Anbau mit Kindern?

Ellen Müller, Fachberaterin der Berliner Gartenfreunde, beantwortet Leserfragen in der Berliner Morgenpost zum Thema Garten und Balkon ...


1. April: Ich möchte mit unserem zehnährigen Sohn ein Gemüsebeet anlegen. Welche Gemüsesorten eignen sich besonders gut für Kinder?



Mit Kindern zu gärtnern kann sehr schön sein. Alles, was schnell wächst und zügige Erfolge bringt, kommt bei Kindern gut an. Hier eignen sich zum Beispiel Radieschen, Feuerbohnen, Kürbis, Zucchini, und auch Kartoffel. Radieschen kann man jetzt schon ins Beet säen. Hier ist Feinmotorik gefragt, aber das macht Spaß. Da die Samen etwas dicker sind, schaffen das auch spielend Kinderhände. Hier darauf achten, nicht zu dicht zu säen. Wenn die Pflänzchen doch etwas dicht auflaufen, einfach ausdünnen.


Kartoffeln sind im Herbst der Hit im Kinderbeet. Wenn es an die Ernte geht. Dafür jetzt schon ein paar Saat-Kartoffel vorkeimen. In guten Gartenmärkten gibt es sie auch einzeln zu kaufen. Ansonsten findet man eine große Auswahl auf dem Staudenmarkt im Botanischen Garten Berlin Dahlem Anfang April. Diese Kartoffel zum Vorkeimen in Eierkartons auf den „Nabel“ stellen. Die Seite mit den meisten Augen zeigt nach oben. Hierfür einen hellen, kühlen Platz wählen, an dem man das Ganze gut beobachten kann. Ab Anfang Mai ist man auf der sicheren Seite, jetzt können die Knollen ins Beet. Vorsichtig circa 5cm tief in ein mit Kompost gedüngtes Pflanzloch legen (Keimblätter nach oben). Zwischen den Knollen lässt man einen Abstand von 30 cm. Jetzt können die Pflanzen wachsen und es gibt nicht viel zu tun. Vielleicht muss ab und zu mal Unkraut gejätet werden. Mancher Gärtner häufelt die Pflanzen an, das ist aber nicht zwingend notwendig. Wenn das Laub im Herbst welk wird, ist es Zeit für die Ernte.


Mit Feuerbohnen kann man ein tolles Tipi „wachsen“ lassen. Hierzu einfach aus Stangen, die schon gut 2m lang sein dürfen, ein Tipi formen. Um jede Stange etwa 6 Bohnenkerne 3 cm tief in den Boden legen. Bohnen sind kälteempfindlich. Deshalb bitte bis Mitte Mai damit warten. Dann sind die Eisheiligen vorbei. Man kann die Keime auch im Haus vorziehen. Meine Erfahrung ist aber, die Pflanzen sind widerstandsfähiger, wenn man sie gleich an Ort und Stelle sät. Die Bohnen entwickeln rasch viel Laub und blühen wunderschön in weiß und rot. Feuerbohnen stellen keine hohen Ansprüche an den Boden, möchten aber regelmäßig gegossen werden. Man kann ständig ernten und sogar ein paar Kerne ausreifen lassen als Saat fürs nächste Jahr.


Wenn man viel Platz hat, ist ein Kürbis das Richtige. Eine Pflanze kann schon mal ein paar Quadratmeter in Anspruch nehmen. Anfang Mai zwei, drei große Kerne in Töpfen auf der Fensterbank vorziehen. Sie sollten warm und sonnig stehen, immer schön feucht halten. Nicht zu viel gießen, die Kerne faulen schnell im Boden. Schon nach wenigen Tagen keimen die Kerne. Mitte Mai sind die ersten Keimblätter zu sehen. Nach den Eisheiligen können die Pflänzchen ins Beet. Kürbisse sind Starkzehrer und brauchen richtig „Futter“. Also reichlich Kompost und organischen Dünger und viel Wasser. Ein guter Platz für den Kürbis ist auch zu Füßen des Komposthaufens. Jetzt kann man förmlich zusehen, wie die Pflanze wächst. Bei Zucchini macht man es ähnlich. Sie beanspruchen nur nicht so viel Platz und müssen auch nicht am Kompost stehen. Aber beide haben schöne große Blüten, an denen man Bienen und Hummeln beobachten kann. Die Jungpflanzen brauchen Schneckenschutz!



Ellen Müller

Mitglied der Kommission Gartenfachberatung des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V. und 

Bezirksgartenfachberaterin im Bezirksverband Pankow der Gartenfreunde e.V.

in der Ausgabe Berliner Morgenpost vom 1. April 2017