Verfasst am 17.06.2022 um 09:00 Uhr

Wassermanagement: Jeder Tropfen zählt    

Wasser sparen und Regen sammeln – auch im Kleingarten    

Es wird immer trockener in unserer Region. Bereits vor einigen Jahren gab es im Sommer im Umland von Berlin ein Gießverbot für Gärten. Dies droht auch in Berlin. Es ist davon auszugehen, dass in den Sommermonaten die Gartenbewässerung zu bestimmten Tageszeiten eingeschränkt wird. Deshalb ist es wichtig, dass wir in unseren Vereinen das Wassermanagement verbessern. Damit sparen wir nicht nur Geld, sondern wirken auch dem drohenden Wassermangel entgegen.


Ein gutes Wassermanagement würde in den Hitzeperioden verhindern, dass die Gärten vertrocknen. Und unseren Pflanzen kann es sogar zugutekommen, wenn wir sie mit gesammeltem Regenwasser statt Leitungswasser bewässern: Vor allem Gemüsesorten wie Tomaten, Kohl und Zwiebeln vertragen Regenwasser besser, wobei Boden und Wurzeln – und nicht das Blattwerk – bewässert werden sollten.


Verbrauch senken

Entscheidend ist jedoch zunächst, dass wir den Wasserverbrauch senken. Hilfreich ist hierbei, dass wir große Flächen durch Bäume und Büsche beschatten, die sonst von der Sonne aufgeheizt werden. Das ist das Prinzip der Waldgärten, wo auf verschiedenen Ebenen Pflanzen, Büsche und Bäume wachsen. Dies bringt nicht nur einen höheren Ernteertrag, sondern senkt auch die Temperatur und damit die Wasserverdunstung. Außerdem muss nicht jeder Rasen englischen Standards entsprechen und auch noch in der Mittagszeit gesprengt werden. Denn man kann eine Mischung aus Gras- und Kleesamen verwenden, die mit weniger Wasser auskommen. Zusätzlich sollten wir bei neuen Anpflanzungen darauf achten, dass es sich um trockenresistente Sorten handelt. Hier sind Mädchenauge, Lavendel, Thymian und Sommerflieder besonders geeignet.


Im Sommer wäre noch ein dicht schließender Deckel für die Regentonne angesagt.

Regentonnen nutzen

Ansonsten ist es wichtig, Niederschläge zu sammeln, statt das Wasser einfach ablaufen zu lassen. Für jede Regenrinne sollte eine Tonne mit ca. 500 l Fassungsvermögen aufgestellt werden. Es können natürlich auch jeweils zwei kleinere Tonnen sein, die mit einem Überlaufsystem miteinander verbunden werden. Diese Regentonnen können helfen, die Trockenperioden zu überbrücken. Hilfreich ist es, wenn man unten einen Hahn anbringt und die Tonnen etwas höher stellt, damit man die Gießkannen leichter befüllen kann. Im Sommer sollte man zudem darauf achten, dass ein dicht schließender Deckel vorhanden ist oder ein Netz über die Tonne gespannt wird, um eine Mückenplage einzudämmen. Im Winter dagegen sollten die Tonnen entleert werden, damit sie bei Frost nicht platzen.


Es wird angeregt, dass in jedem Kleingartenverein das Thema Regenwasser-Management besprochen wird und dass es einen Ansprechpartner gibt, der sich gut mit Regentonnen auskennt und handwerklich begabt ist.


Dr. Wolfgang Krüger

Kleingartenverein Habsburg-Gaußstraße, Berlin-Charlottenburg

www.kleingarten-habsburg-gaussstrasse.org



Dieser Textbeitrag ist im Regionalteil Berlin der Verbandszeitschrift Gartenfreund, Juni 2022, Seite 6/22 erschienen und mit freundlicher Genehmigung des Autors auch hier online.