Verfasst am 14.09.2026 um 15:57 Uhr

Viel Geschichte und noch mehr Zukunft    

125 Jahre Landesverband: Jubiläumsfeier mit zahlreichen Gästen aus Politik und Verbänden    

Das Wir zählt im Verband: Bezirksverbandsvorsitzende zusammen mit den Präsidenten des Landes- und des Bundesverbandes am 28.08.2026 auf der Jubiläumsfeier (v. l. n. r.: Peter Ladzik (Spandau), Michael Jubelt (Süden/Neukölln), Holger Thymian (Weißensee), Mike Paetzel (Köpenick), Gert Schoppa, Dirk Sielmann, Jeannette Schulze (Pankow), Thorsten Fritz (Reinickendorf), Wolfgang Beyer (Lichtenberg), Reinhard Schramm (Tempelhof), Andreas Alex (Schöneberg-Friedenau), Norbert Kopp (Steglitz), Andreas Rinner (Marzahn) und Carsten Schatz (Wedding). 

„125 Jahre sind ein Grund zurückzublicken, aber noch viel mehr sind sie ein Grund, nach vorne zu schauen“, betont der Präsident des Landesverbandes in seiner Rede. 

Das Berliner Kleingartenwesen hat in diesem Jahr allen Grund zu feiern: Der Landesverband der Gartenfreunde e. V. blickt stolz zurück auf 125 Jahre seines Bestehens, zugleich hat er mit dem Kleingartenflächensicherungsgesetz einen großen politischen Erfolg erzielt und arbeitet an vielen Ideen für die Berliner Kleingärten von morgen.


Geschichte, Gegenwart und Zukunft – bei der Jubiläumsveranstaltung am 28. August wurde all das ausgiebig gewürdigt. „125 Jahre sind ein Grund zurückzublicken, aber noch viel mehr sind sie ein Grund, nach vorne zu schauen“, betonte Gert Schoppa, der Präsident des Landesverbandes. Auch wenn es bei dem großen Event im Melia Hotel Berlin manchen nostalgischen Moment gab, ging es vor allem um das Hier und Jetzt und den Weg in die Zukunft.


Unter den Gästen auch Andreas Kraus (Staatssekretär für Klimaschutz und Umwelt), Cansel Kiziltepe (Sozialsenatorin) und Kai Wegner (Regierender Bürgermeister von Berlin) mit den Präsidenten des Landes- und des Bundesverbandes Gert Schoppa und Dirk Sielmann.  

„Fest verankert in der Politik“
Welches Ansehen der Verband heute in Berlin genießt, wurde schon an der illustren Gästeschar aus Politik und Partnerorganisationen deutlich. „Dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind, zeigt uns, welchen Stellenwert das Kleingartenwesen in dieser Stadt besitzt“, freute sich Präsident Schoppa.


Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner stellte in seinem Grußwort ebenfalls fest, dass die Gartenfreunde „in der Politik fest verankert sind, dass ihre Stimme Gewicht hat“. Er lobte die „tolle Zusammenarbeit“ vor allem beim Kleingartenflächensicherungsgesetz, dem „kleinen Geschenk des Berliner Senats zum 125-jährigen Jubiläum“, wie er es nannte. „Sie leisten einen unbezahlbaren Beitrag für den Zusammenhalt in Berlin“, sagte Wegner den Gartenfreunden. „Mehr Zusammenhalt, weniger Spaltung, dafür stehen die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner unserer Stadt. Das brauchen wir in unserer Gesellschaft viel mehr.“


Im Saal fanden rund 150 Gäste an 17 festlich geschmückten Tischen Platz. 

Die Festveranstaltung bestand aber nicht nur aus Reden. Vizepräsident Thorsten Fritz und Geschäftsstellenleiterin Nicole Schuldt als Moderatoren-Duo präsentierten eine bunte Mischung aus verschiedenen Impressionen. Auch eine riesige Geburtstagstorte in Form eines blütenverzierten Geschichtsbuches wurde in den Saal gefahren und angeschnitten. Die lesbare Variante erhielten die Gäste am Ende des Abends zum Abschied: das neue Jahrbuch zur Geschichte mit dem Schwerpunkt 125 Jahre Landesverband.


Zeitreise mit Bildern und Musik

Das Herzstück der Veranstaltung aber war eine stimmungsvolle „Zeitreise“ in Worten, Bildern und Musik. Präsident Schoppa erinnerte in emotionalen Worten an die Entwicklung und die Meilensteine der letzten 125 Jahre im Berliner Kleingartenwesen. Dazu wurden historische, teilweise animierte Fotos aus allen Jahrzehnten gezeigt – Kleingartenpioniere beim Laubenbau, Sonntagsidyllen im Grünen, Gemüsebeete in Trümmerlandschaften, Parzellen im Schatten der Mauer –, aber auch Bilder von Großstadtgärtnern des 21. Jahrhunderts. Das Duo „Voice over piano“ begleitete die Präsentation mit zeittypischen Liedern zur jeweiligen Kleingartenära.


Gert Schoppa machte deutlich, warum der Zusammenschluss von zunächst nur acht Kleingartenvereinen am 9. Februar 1901 für uns heute so bedeutsam ist: „Damals begann etwas, das bis heute gilt: Menschen organisieren sich, um gemeinsam etwas zu verändern. Aus dieser kleinen Vereinigung wurde eine Organisation, deren Mitgliedsverbände heute mehr als 700 Vereine mit rund 65.000 Mitgliedern vertreten.“ Bei diesem Jubiläum gehe es dem Landesverband nicht um Traditionswahrung, so der Präsident: „Unsere Aufgabe ist es nicht, das Jahr 1901 zu konservieren, unsere Aufgabe ist es, die Idee von 1901 in die Zukunft zu übersetzen. 2026 müssen wir uns fragen: Was braucht die Stadt heute? Wie sieht das Berliner Kleingartenwesen im Jahr 2050 aus?“

Zu Beginn eine stimmungsvolle Zeitreise mit Bildern, Worten und Musik.

Gert Schoppa: „In 2026 müssen wir uns fragen: Was braucht die Stadt heute? Wie sieht das Berliner Kleingartenwesen im Jahr 2050 aus?“

Festtagstorte in Form eines geschmückten "Geschichtsbuches". 

Der Regierende Bürgermeister, Kai Wegner, unterstrich in seinem Grußwort den sozialen Wert der Kleingartenvereine in Berlin. 

Sozialer Austausch wird wichtiger

Die Antworten des Landesverbandes auf diese Fragen sind die Zukunftsagenda, an deren Umsetzung die Gartenfreunde bereits intensiv arbeiten: kleingärtnerische Nutzung erhalten und zeitgemäß weiterentwickeln, auf Klimaveränderungen reagieren, biologische Vielfalt fördern, Wissen weitergeben, die Anlagen öffnen. Vor allem aber sollen Kleingartenanlagen Orte der Begegnung bleiben, wo Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Lebensentwürfen aufeinandertreffen. Das Miteinander und der Austausch in Kleingartenvereinen wird in unserer Gesellschaft zunehmend wichtiger – darauf wies nicht nur der Regierende Bürgermeister hin. Auch einige der Gäste, die vom Moderatoren-Duo nach ihrer persönlichen Beziehung zum Kleingartenwesen gefragt wurden, unterstrichen den sozialen Wert.


„Großartiger Einsatz“ im Ehrenamt
Für ihren „großartigen Einsatz für die Menschen in Berlin“ dankte Spandaus Bezirksbürgermeister Frank Bewig den engagierten Gartenfreunden. „Viele vergessen, dass das ein Ehrenamt ist und dass ihr trotzdem teilweise wie in einem Vollzeitjob unterwegs seid.“ Umweltstaatssekretär Andreas Kraus hat zwar erst seit einem Jahr intensiven Kontakt zu den Gartenfreunden, zeigte sich aber beeindruckt von den „starken, solidarischen Gemeinschaften“ in den Vereinen. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe fühlt sich der Laubenpiepertradition verbunden, „weil die Kleingärtner:innenbewegung Teil der Arbeiterbewegung ist“. Und Wiebke Hamm, Geschäftsführerin des Verlags W. Wächter, dankte für die jahrzehntelange Partnerschaft mit dem Landesverband und „viele tolle Begegnungen“. Gelegenheit für solche Begegnungen zwischen den Gartenfreunden, ihren Partnern und Mitstreitern bot auch die Jubiläumsfeier. Bis in den Abend wurde angeregt über Tradition und Zukunft des Kleingartenwesens gesprochen, über gemeinsam Erreichtes und Ideen für das Stadtgrün von morgen.


Gert Schoppa mit Gästen (v. l. n. r.: Christoph Brzezinski (StR Charlottenburg-Wilmersdorf), Thorsten Schatz (StR Spandau), Dr. Saskia Ellenbeck (StR Tempelhof-Schöneberg), Bettina Meißner (MdA), Jochen Biedermann (StR Neukölln), Andreas Kraus (StS KLimaschutz und Umwelt) und Frank Bewig (BzBm Spandau).

Viele gratulierten

Die Gästeliste zum 125-jährigen Jubiläum des Landesverbands war lang und verzeichnete zahlreiche namhafte Partner des Kleingartenwesens aus Politik, Verwaltung, Verbänden und anderen Organisationen. Neben dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) kamen Bausenator Christian Gaebler und Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (beide SPD), Umweltstaatssekretär Andreas Kraus (CSU) sowie die Gesundheitsstaatssekretärin Ellen Haußdörfer (SPD). Aus dem Abgeordnetenhaus gratulierten die Fraktionsvorsitzenden Bettina Jarasch (Grüne) und Tobias Schulze (Linke) sowie die Abgeordneten Linda Vierecke, Dr. Turgut Altug (beide SPD) Benedikt Lux, June Tomiak (beide Grüne), Bettina Meißner und Christian Zander (beide CDU).

Aus Spandau waren Bezirksbürgermeister Frank Bewig und Stadtrat Thorsten Schatz (beide CDU) anwesend, außerdem die Bezirksstadträtinnen Manuela Anders-Granitzki (CDU, Pankow) und Dr. Saskia Ellenbeck (Grüne, Tempelhof-Schöneberg) sowie die Bezirksstadträte Jochen Biedermann (Grüne, Neukölln) und Christoph Brzezinski (CDU, Charlottenburg-Wilmersdorf). Aus der BVV Spandau waren Arndt Meißner und Siegfried Wärk (beide CDU) zu Gast.

Vom Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands erschienen Präsident Dirk Sielmann und Geschäftsführer Stefan Grundei. Die ehemaligen Präsidenten des Landesverbandes Peter Ehrenberg und Michael Matthei waren ebenso dabei wie Jürgen Naulin, Enkel des ersten Vorsitzenden des Landesverbandes nach dem Zweiten Weltkrieg, Wilhelm Naulin. Natürlich nahmen die meisten Vorsitzenden der Berliner Bezirksverbände an der Feier teil. Die Nachbarn vom Landesverband Brandenburg waren vertreten mit Jens Knillmann, Christian Peschel und Dr. Achim Friedrich.

Als langjährige Partner des Landesverbandes gratulierten Dr. Fritz Reusswig (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung), Lars Jaeger (Grüne Woche), Isabell Simonsmeier (Senatsbildungsverwaltung) sowie Oliver Wächter und Wiebke Hamm vom Verlag W. Wächter, in dem der Gartenfreund erscheint.


Klaus Pranger, Redakteur Berliner Gartenfreund, Verlag W. Wächter

Das Fest bot auch Zeit für Gespräche ...

... und ...

... geselliges Beisammensein. 

Dieser Textbeitrag erscheint in der Oktober-Ausgabe 2026 der Verbandszeitschrift Gartenfreund, Regionalausgabe Berlin und freundlicher Genehmigung des Verlags W. Wächter auch hier online.
Diese Online-Nachricht wurde vom Landesverband Berlin der Gartenfreunde e. V. erstellt und ist somit auch für die News-Seiten der im Webseiten-Netzwerk "Gartenbund" angeschlossenen Verbände und Vereine freigegeben.


Fotos: Philipp von Recklinghausen