Grüne soziale Stadt
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Verfasst am 06.09.2016 um 13:05 Uhr

„Wir brauchen auf allen Seiten den Willen, das Engagement und die Liebe zur Wahrheit im Umgang miteinander“

Günter Landgraf bekräftigte auf der Veranstaltung "Berlin baut ... sich zu!" den Schulterschluss unter den Berliner Naturschutzverbänden mit dem Ziel, den Flächenfraß zu stoppen und umzukehren.


Große Herausforderungen für die Berliner Politiker und die Zivilgesellschaft: Wie können sie gemeinsam den Flächenfraß stoppen, das grüne Berlin und das an Einwohnern wachsende Berlin zusammenbringen?

Rund zweihundert Verteidiger des Stadtgrüns nahmen am 30. August an der Podiumsdiskussion unter dem Motto „Berlin baut … sich zu!“ teil. Der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte im Bündnis mit dem Landesverband Berlin der Gartenfreunde e.V. und weiteren Berliner Naturschutzverbänden die stadtentwicklungspolitischen Vertreter der Abgeordnetenhausfraktionen zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Vor der Parlamentswahl am 18. September wollten die Veranstalter den Politikern noch einmal ihre umweltpolitischen Forderungen vortragen und die mit dem Aufruf Immer.Grün angestoßene berlinweite Debatte fortsetzen. Neben dem Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Andreas Geisel (SPD), stellten sich Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen), Katharina Lompscher (Die Linke) und Wolfram Prieß (Piraten) den kritischen Fragen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Naturschutzverbände.


In seinem Statement brachte Günter Landgraf, Präsident des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V., die zunehmende Verärgerung der Kleingärtner über die zwar zahlreichen, bisher aber uneingelösten Versprechen, das Stadtgrün zu schützen, zum Ausdruck. „Die Erfahrungen der vergangenen 27 Jahre belegen, dass trotz zunehmender Beliebtheit der Kleingärten und endlos langer Wartelisten in der wachsenden Stadt Berlin die Kleingartenflächen eher zugebaut, anstatt neue geschaffen worden sind“, resümierte er an die anwesenden Politiker gewandt. „Dies zu stoppen und umzukehren, ist ein wichtiges Anliegen der Berliner Gartenfreunde.“


Die Berliner Gartenfreunde stehen somit vor einer enormen Herausforderung, die sie nicht allein tragen können. Deshalb haben sie auf den engen Schulterschluss mit den Naturschutzverbänden gesetzt. Ferner ist es für die Kleingärtner wichtig zu wissen, dass an ihrer Seite viele Bürgerinnen und Bürger, Bildungseinrichtungen, Verbände, Medien, Organisationen, und auch Parteien stehen.


Von diesem Beistand und der Zusammenarbeit versprechen sich die Kleingärtner, das öffentliche Grün der Kleingartenflächen intelligent weiterzuentwickeln und somit gegen die Begehrlichkeiten der Wohnungsbauwirtschaft zu verteidigen. „Wir brauchen Willen, Engagement, fachliches Wissen und Liebe zur Wahrheit im Umgang miteinander – und zwar auf allen Seiten“, betonte Günter Landgraf auf dem Podium im Theater im Aufbau-Haus und verwies auf einzelne Erfolge der Kleingärtner. „Ob Umgestaltung von Altanlagen, Schaffung von Kleingartenparks oder Anlagen in neuen Wohnquartieren. Die ehrenamtlich tätigen Kleingärtnerorganisationen werden auch in Zukunft ihre Beiträge leisten – aber das kann keine Einbahnstraße sein.“



Gemeinsamer Aufruf Immer.Grün der Berliner Naturschutzverbände


Siehe auch: "Berliner Gartenfreunde fragen - die Parteien antworten" und Landwehrkanal-Blog: Ausführlicher Bericht zur Veranstaltung

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