Tipps für den Garten
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Verfasst am 15.02.2017 um 12:38 Uhr

Kompost - wertvolles Gut


Fotos: Sven Wachtmann

Auch wenn der Komposthaufen meist in der hintersten Gartenecke anzutreffen ist, stellt er eine wichtige, wenn nicht sogar eine sehr wichtige Funktion für den Kleingärtner dar. Er ist Lieferant von guter und wertvoller „Komposterde“ für Ihren Garten. Und er gilt als Bindeglied zwischen ertragreicher Ernte und gesunden kräftigen Pflanzen.


Was passiert beim Kompostieren?

Kompostieren ist ein rein biologischer Vorgang, bei dem organisches Material mit Hilfe von Mikroorganismen, Kleinlebewesen wie Würmer, Asseln, Tausendfüßler, Regenwürmer und auch Pilze sowie Bakterien diesen Vorgang zu wertvollem Humus zersetzen. Der Stoffwechsel dieser Kleinstlebewesen erzeugt Wärme, welche im Innern eines Komposthaufens Temperaturen bis zu 70 °C erreichen. Diese Temperatur ist in der Lage, Bakterien und Keimlinge abzutöten.


Was ist wichtig bei der Kompostierung?

Wichtig für eine gute Umsetzung des Kompostes sind vor allen vier Faktoren: 

- die richtige Menge an Feuchtigkeit, 

- eine ausreichende Luftzufuhr, 

- Wärme und 

- ein ausgeglichenes Angebot an Nährstoffen (organische Abfälle). 


Durch diese Bedingungen werden die Kleinstlebewesen gefördert und der Abbau des Kompostmateriales geschieht wesentlich schneller und konsequenter.


Was gehört in den Kompost?

Folgende Stoffe gehören auf einem Komposthaufen: Rasenschnitt, Laub, Gartenabfälle, Kaffeereste, Gartenschnitt, Obstreste, Häckselmaterial und ähnliches.


Wie sollten die Ausgangsstoffe dem Kompost zugeführt werden?

Alle Abfälle sollten möglichst zerkleinert auf den Kompost gegeben werden um die Oberfläche möglichst groß für die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen zu bekommen. Zusätzlich können Sie Zuschlagstoffe wie z.B. : Bentonit, Hornspäne, Gesteinsmehle, Algenmehle, Kalk und ähnliches hinzuführen. Dies beschleunigt zusätzlich den Zersetzungsprozess. Aber auch guter Gartenboden kann zusätzlich auf den Kompost gegeben werden, denn auch hier sind unzählige Mikroorganismen und Kleinstlebewesen enthalten.


Was sollte nicht in den Kompost ?

Nicht in den Kompost gehören Fleisch- und sonstige Essensreste. Diese ziehen Ratten und Mäuse an. Samentragende Unkräuter, Wurzelunkräuter, Grillasche ebendso nicht auf den Kompost geben.


Was gibt es für Möglichkeiten der Kompostierung ?

Für den Kompost gibt es eine Vielzahl von verschieden Behältern. Je nach Platzkapazitäten und Ästhetik gibt es Behälter aus Metall, Holz oder Kunststoff.


Der Thermokomposter aus Kunststoff eignet sich besonders für kleinere Gärten. Ihn zeichnet eine geschlossene Bauweise aus. Hier bleibt die entstehende Hitze gut im Kompost, welche für die Umsetzung der organischen Masse besonders vorteilbar ist.


Wo sollte der Kompost im Garten sein?

Der Komposthaufen sollte stets an einem schattigen Platz stehen, um Geruchsbildung und Austrocknung vorzubeugen. Jedoch sollte er vor heftigen Regengüssen geschützt werden. Wichtig ist auch der direkte Bodenkontakt, damit Regenwürmer und andere Bodenorganismen ungehindert an das zu kompostierende Material gelangen können und Nässe abfließen kann.


Welches Ziel verfolge ich mit der Kompostierung?

Die wichtigsten Ziele des Kompostierens sind, den Humusgehalt im Garten zu erhalten und zu mehren, Nahrung für die Bodenlebewesen zu schaffen, besonders für Mikroorganismen, die organischen Substanzen in den Naturkreislauf zurückzuführen, Bodenorganismen für den Gartenboden und den Ton-Humus-Komplex im Boden zu schaffen, zu mehren und aufzubauen.


Wieviel Kompostmaterial sollte ich ausbringen?

Durch das Ausbringen von Kompostmaterial (ca. 3 Liter je m² im Jahr) kann man den Kauf von Dünger und Bodenverbesserungsmitteln stark reduzieren oder ganz darauf verzichten.



Sven Wachtmann

Landesgartenfachberater