Tipps für den Garten
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Verfasst am 11.03.2017 um 09:00 Uhr

Garten: Kann ich den kranken Walnussbaum retten?

Ellen Müller, Fachberaterin der Berliner Gartenfreunde, beantwortet Leserfragen in der Berliner Morgenpost zum Thema Garten und Balkon ...


11. März: Wir haben ein Problem mit einem Walnussbaum. Als wir ihn gekauft haben, passte er in unseren Pkw. Mit den Jahren hat er sich zu einen Prachtbaum entwickelt . Von Jahr zu Jahr hat er prachtvolle Nüsse getragen, zur Freude von allem, was gerne Nüsse frisst oder isst, die Nüsse waren bekannt und beliebt bei Mensch und Tier in der ganzen Umgebung. Vor zwei Jahren fing es an: Ein Teil der Früchte war schwarz schon am Baum. Die letzte Ernte war bis auf wenige Ausnahmen ungenießbar – schwarz, klebrig, also nur zum Wegschmeißen. 


Was kann man erwarten, geht das vorüber oder ist das heilbar, wie sollen wir den Baum behandeln? Haben Sie einen Rat? Wenn nichts geht, muss der Baum weg. Denn das schwarze klebrige Zeug klebt auch unter den Schuhen und lässt sich nicht leicht entfernen. Gibt es von behördlicher Seite schon eine Entscheidung, Sonderregelung für das Fällen solcher Bäume oder muss man einen Antrag stellen?



Leider sind in den letzten Jahren alle Walnussbäume von einem Parasiten befallen, der hier nicht heimisch ist. Und somit gibt es auch keine Gegenspieler. Es handelt sich um eine Fliege, die ihre Eier unter die Haut der grünen Walnussschale ablegt. Die Raupen fressen sich durch das Fruchtfleisch der Schale. Das Fruchtfleisch der Walnuss fault und lässt sich nicht mehr ablösen. Es klebt an der Nuss. Viele Nüsse schimmeln in der Schale, weil sie nicht richtig abtrocknen können. Sie sind ungenießbar. Dieser Schimmel ist giftig, die Nüsse sollten nicht verzehrt werden!


Die Raupen lassen sich anschließend zu Boden fallen und verpuppen sich. Diese überwintern im Boden unter der Walnuss und im nächsten Frühsommerschlüpft eine neue Generation der Walnussfruchtfliege.


Leider gibt es kein Schädlingsbekämpfungsmittel, um diese Fruchtfliege in den Griff zu bekommen. Zumindest ist bisher kein Mittel bei uns zugelassen. Das Pflanzenschutzamt Berlin informiert aber jährlich auf seiner Internetseite über die Flugzeit der Fruchtfliege. Zu dieser Zeit helfen Gelbtafeln, die man in die Walnussbäume hängt. Die wichtigste Maßnahme ist, alle befallenen, schwarzen Nüsse im Herbst aufzusammeln und über den Restmüll zu entsorgen.


In Berlin steht die Walnuss ab einer gewissen Größe unter Naturschutz. Bei einem Stammumfang von 80 cm in einer Höhe von 1,30 m darf der Baum weder gefällt noch geschnitten werden. Vorausgesetzt, es handelt sich um einen gesunden Baum. Hier sollte man sich immer an das zuständige Grünflächenamt wenden, falls man den Baum beseitigen möchte. Es drohen empfindliche Geldstrafen bei Missachtung der Baumschutzverordnung.




Ellen Müller

Mitglied der Kommission Gartenfachberatung des Landesverbandes Berlin der Gartenfreunde e.V. und 

Bezirksgartenfachberaterin im Bezirksverband Pankow der Gartenfreunde e.V.

in der Ausgabe Berliner Morgenpost vom 11. März 2017